Druckgeschwüre
Druckgeschwüre (auch als “Wundliegen” oder Dekubitusgeschwür bekannt) sind Begleit- bzw. Folgeerkrankungen bei Patienten mit schwerst eingeschränkter Mobilität. Druckgeschwüre sind mit starken Schmerzen und einem hohen Infektionsrisiko verbunden. Sie treten vor allem bei älteren Menschen und bei Patienten mit Rückenmarksverletzungen auf, beispielsweise junge, sehr aktive Menschen mit Querschnittlähmungen. Daher sind hier vor allem prophylaktische Maßnahmen angezeigt, da die Entstehungsgefahr aufgrund des vorherrschenden Krankheitsbildes schon im Vorfeld gut einschätzbar ist.

Nach EPUAP (European pressure ulcer advisory panel) – zu Deutsch: Europäisches Beratungsgremium für Dekubitus – unterscheiden wir vier Dekubitus-Grade/Stadien (Grad/Stadium I – IV), welche wir bei der Einsatz-Empfehlung unserer Produkte anwenden:

Grad I
Scharf begrenzte “nichtwegdrückbare” Hautrötungen bei intakter Haut. Richtungsweisend können auch eine Überwärmung der Haut, eine Verhärtung oder ein Ödem auftreten. Bei dunkelhäutigen Menschen kann es zur Entfärbung der Haut kommen.

Grad II
Teilverlust der Epidermis bis hin zur Dermis. Es handelt sich um ein oberflächliches Ulcus, welches zur Abrasion, Blase oder zum flachen Krater manifestieren kann.

Grad III
Schädigungen aller Hautschichten (Epidermis, Dermis und Subcutis), die bis auf, aber nicht unter die darunter liegenden Faszien (Weichteil-Unterschicht des Bindegewebes) reichen können, welche noch nicht betroffen sind. Klinisch zeigt sich der Dekubitus als tiefe Schädigung mit oder ohne Unterminierung des umliegenden Gewebes.

Grad IV
Hautverlust über die gesamte Hautdicke mit ausgedehnten Gewebsnekrosen und Schädigung der Muskeln, Sehnen und Knochen. Unterminierung und Taschenbildung kommen ebenfalls häufig vor.

Bis zu einem Dekubitsgrad II ist bei entsprechendem Wundmanagement eine Abheilung bzw. Genesung auch bei weiterer, häuslicher Pflege erzielbar. Neben einem entsprechenden Wundmanagement heißen die Zauberwörter neben Ernährungsberatung, Druckentlastung und Durchblutungsförderung. Beides wird mit speziellen Pflegematratzen und luftinsoufflierten Systemen (statische oder dynamische Luftkammernsysteme / automatische Wechseldrucksysteme) erreicht und unterstützen die Heilung wesentlich.