Stoma-Arten

Das Kolostoma

Die Kolostomie ist eine Ausleitung des Dickdarms durch die Bauchdecke. Je nach Erkrankung gibt es zwei Versionen: die permanente (auch endständige genannt) und die vorübergehende (temporäre bzw. doppelläufig genannt) Kolostomie.

Das endständige Kolostoma

Das endständige Stoma wird meist nach der Entfernung des Afters mit der Schließmuskulatur und eines Teils des Dickdarms angelegt und bleibt für immer bestehen. Es wird meist im linken Unterbauch im S-förmigen Teil des Darmabschnittes angelegt und wird daher auch Sigma-Kolostomie genannt. Die Funktion des Dickdarms, die Eindickung des Stuhls, ist in der Regel gegenüber dem Zustand vor der Operation kaum oder nicht verändert. Die Ausscheidungen aus dem Kolostoma sind – wie vorher – daher dickbreiig bis normal geformt.

Die doppelläufige Kolostomie

Bei der doppelläufigen Kolostomie wird eine Schlinge des Dickdarms vor die Bauchhaut gezogen und geöffnet. Diese Stomaart ist in der Regel vorübergehend und nach einigen Wochen erfolgt in einer zweiten Operation die Rückverlegung. Die doppelläufige Kolostomie besteht aus einem zum Stoma hinführenden Darmteil und einem vom Stoma wegführenden Darmteil. Der Darmabschnitt, der vom Stoma wegführt, wird entlastet, weil der größere Teil der Ausscheidungen diesen Darmteil nicht passiert. Sie spüren weiterhin das übliche Druckgefühl und können auf der Toilette kleine Stuhlmengen über den After ausscheiden. Dieser Stuhl ist meistens dünnflüssig und mit Schleim vermischt. Das ist völlig normal.
In der Regel werden doppelläufige Kolostomien im quer verlaufenden Teil des Dickdarms (Transversum – Kolostomie) angelegt. Es steht also weniger Darm zur Verfügung, der den Nahrungsresten Wasser entziehen kann. Aus diesem Grund sind hier die Ausscheidungen eher von breiiger Konsistenz.

Das Illeostoma

Die Ileostomie ist eine Ausleitung des Dünndarms durch die Bauchdecke. Je nach Erkrankung gibt es zwei Versionen: die permanente (auch endständig genannt) und die vorübergehende (auch als temporär bzw. doppelläufig bezeichnet) Ileostomie. Ein Ileostoma wird meist im rechten Unterbauch angelegt. Da die Ausscheidungen aufgrund des hohen Anteils an Enzymen sehr aggressiv sind, wird das Stoma meist 2-3cm herausragend (= prominent) über dem Hautniveau angelegt, damit die Ausscheidung nicht mit der Haut in Berührung kommt.

Das endständige Ileostoma

Bei der endständigen Ileostomie wird der Dickdarm mit dem Schließmuskelapparat meist völlig entfernt. Da die Eindickung durch den Dickdarm fehlt, sind die Ausscheidungen aus dem Ileostoma dünnflüssig bis breiig.

Das doppelläufige Ileostoma

Bei der doppelläufigen Ileostomie wird eine Darmschlinge vor die Bauchhaut gezogen. Es gibt hier zwei Öffnungen: Das Ende des zum Stoma hinführenden Darmabschnittes und der Beginn des vom Stoma wegführenden Darmabschnittes. Aus der vom Magen kommenden Öffnung wird der Stuhl ausgeschieden, der andere Teil wird über den wegführenden Darm mit dem After verbunden. Die doppelläufige Ileostomie dient der Entlastung des wegführenden Darmabschnittes, also des Dickdarms, weil der größere Teil der Ausscheidungen diesen Darmteil nicht passiert. Sie spüren weiterhin das übliche Druckgefühl und können auf der Toilette kleine Stuhlmengen über den After ausscheiden. Dieser Stuhl ist meistens dünnflüssig und mit Schleim vermischt. Das ist völlig normal. Eine doppelläufige Ileostomie ist meist nur ein vorübergehendes Stoma und wird nach einigen Wochen zurückverlegt. Durch die Rückverlagerung wird der stillgelegte Darmabschnitt wieder aktiviert.

Das Urostoma

Das Urostoma ist eine künstliche Harnausleitung durch die Bauchdecke. Unterschieden wird dabei zwischen der kontinenten (Ersatzblase) oder inkontinenten Form (Ileum-/Kolon Conduit, Ureterocutaneostomie) der Harnausleitung. Welche Form für Sie am besten ist, wird Ihr behandelnder Arzt mit Ihnen besprechen.

Das Ileum Conduit / Kolon Conduit

Bei dieser Urostomie wird ein Stück Dünndarm (Ileum-Conduit), in seltenen Fällen ein Stück Dickdarm (Kolon-Conduit) abgetrennt und einseitig verschlossen. Die andere Seite wird als Stoma durch die Bauchdecke ausgeleitet. Die Harnleiter werden in dieses Darmstück eingeleitet, so dass der Urin – nach der Anlage eines Ileum-Conduits oft mit Schleim vermischt – darüber ausgeschieden werden kann.
Der Urin wird dabei aus dem Stoma genau so schnell ausgeleitet, wie er von den Nieren produziert wird. In der ersten Zeit nach der Operation werden die Harnleiter mit sogenannten Splinten geschient, damit die inneren Nähte verheilen können. Dieses Urostoma wird mit sogenannten Urostomiebeuteln versorgt.  

Die Ureterocutaneostomie

Die Ureterocutaneostomie (auch Harnleiterhautfistel genannt) ist eine direkte Ausleitung der Harnleiter durch die Bauchdecke. Dabei können die Harnleiter je nach Krankheitsbild einseitig (also für eine Niere) oder beidseitig (für beide Nieren) ausgeleitet werden.