Bein- und Fußprothesen

Hochwertige und dem natürlichen Gehen angepasste Komponente im Prothesenbau

Aller Anfang ist schwer. Aber beginnend mit der richtigen Stumpfvorbereitung in der postoperativen Phase, schaffen wir die besten Voraussetzungen für eine perfekte Prothesenversorgung. Bevorzugt ist hier die Kompressionsbehandlung mit Silikonlinern  – medi TTm (für Unterschenkel) und TFm (für Oberschenkel) Pop Konzept - oder Stumpf-Kompressionstrümpfen.

Das Frühversorgungs-Konzept von medi wird nur von lizenzierten Sanitätshäusern in Zusammenarbeit mit führenden Krankenhäusern durchgeführt. In Kärnten ist maierhofer Orthopädietechnik führend in diesem Bereich und betreut über 70 Prozent aller postoperativen Versorgungen nach Beinamputation mit diesem System.

Bereits 1-2 Tage nach der Operation trägt der Patient die so genannte “TTm oder TFm Pop-Silikonhülle”. Das ist eine Art Strumpf aus Silikon, um die Schwellung (= “Ödem”) im Bein konsequent zu reduzieren. Beim Anlegen wird der Patient von Anfang an mit einbezogen, was die Akzeptanz der neuen Situation oft ausschlaggebend erhöht. Durch das Führen eines Protokolls wird der Reduktionsfortschritt und die Wundheilung dokumentiert. Mit zunehmender Entstauung werden Silikonhüllen in kleineren Größen eingesetzt. In durchschnittlich 14 Tagen ist das Ödem abgeklungen und der Heilungsprozess deutlich unterstützt.

Der Patient ist bestens auf sein Leben mit Prothesen vorbereitet

Sowohl in der Hüft- und Oberschenkelprothesenversorgung, als auch in der Unterschenkel- und Vorfußprothesenversorgung hat längst Hightech Einzug gehalten.

Das ist in der Oberschenkelprothesenversorgung, das weltweit erste vollständig mikroprozessorgeregelte hydraulische Beinprothesensystem. Seit seiner Markteinführung hat es einen neuen Standard in Sachen Sicherheit, wieder gewonnener Bewegungsfreiheit und damit Lebensqualität für Oberschenkelamputierte gesetzt.

Das C-Leg® stellt sich in Echtzeit auf die Anforderungen des Prothesenträgers ein und sorgt so für unerreicht hohe Dynamik und Sicherheit. Das Ergebnis ist ein System, welches Menschen ermöglicht, sich unbeschwerter zu bewegen, ohne ständig an ihre Prothese denken zu müssen. Es ergibt sich eine neue Lebensqualität für Prothesenträger! Ob beim alternierenden Treppabgehen, Gehen auf abschüssigen Schrägen oder auf unebenem Gelände (z. B. Waldboden) – das Beinprothesensystem stellt sich automatisch darauf ein. Auch Stolpern, Dunkelheit oder dichtes Gedränge stellen für den Amputierten kein unüberwindbares Problem mehr dar, da das C-Leg®/ C-Leg®compact durch den hohen Widerstand der Standphase gesichert ist und das Kniegelenk nur bei Bedarf in die Schwungphase schaltet.

Der Anwender profitiert von vielen Vorteilen, die ihm die C-Leg®-Technologie bietet:

•der permanenten Standphasensicherung,
•der Möglichkeit, die Prothese während der Beugung zu belasten,
•einem dynamischen Aufbau,
•geringerem Energieaufwand beim Gehen und
•einer möglichen Entlastung des Bewegungsapparates.

Das C-Leg®/ C-Leg®compact in Kombination mit dem Helix3D Hüftgelenksystem setzt neue Standards in punkto Sicherheit, Dynamik, Komfort und definiert die Mobilität von Menschen mit Hüftexartikulation oder Hemipelvektomie neu. Die patentierte mehrachsige Gelenkstruktur bewirkt eine dreidimensionale Bewegung der Hüfte zur Kompensation der Beckenrotation und fördert gleichzeitig ein symmetrisches und natürliches Gangbild.

Ebenso gibt es im Bereich der Unterschenkelversorgungen wertvolle Innovationen, Komponente und Passteile die dem Prothesenträger den Alltag vereinfachen sollen. Eine dieser Innovationen für Beinamputierte ist der so genannte Clever Bone®. Dieser “schlaue Knochen” ist ein neuartiges, patentiertes, energierückgebendes Beinprothesen-System, dessen Hauptbestandteil Karbonstäbe sind.

Das Hightech-Prinzip: Leichte Karbonstäbe, die wie Federn horizontal nachgiebig sind, bilden die Verbindung zwischen Amputationsstumpf und Fußteil der Prothese. Die vom Anwender beim Auftreten der Prothese eingebrachte Energie wird aufgenommen, wirkt stoßdämpfend und wird dann zur Bewegung der Prothese weiter genutzt. Die neuartige Konstruktion – nach dem Schien- und Wadenbein-Muster – realisiert auf diese Weise leichteres Laufen bei niedrigem Gewicht der Prothese. Anders als die sonst erhältlichen starren Prothesenrohre imitieren die beiden Karbonstäbe optimal die flexiblen Funktionen des Unterschenkels. Clever Bone® bietet die beste Annäherung an den natürlichen Gang – der gesamte Bewegungsapparat wird geschont, Rücken- und Hüftprobleme langfristig reduziert. Das Clever Bone®-System wurde speziell für eher muskelschwache Anwender – beispielsweise ältere Personen – entwickelt.

Linerversorgung

Eine Linerversorgung ist heute schon fast Standard in der Prothesenversorgung. Der Liner wird am Amputationsstumpf aufgerollt und funktioniert dabei wie eine Verbindungsschicht zwischen Amputationsstumpf und Prothesenschaft. Die Stumpfhaut wird geschützt und dem Anwender, sowohl im transtibialen (Unterschenkel) als auch transfemoralen (Oberschenkel) Bereich, ein erhöhter Tragekomfort und Sicherheit gegen unwillkürliches verlieren der Prothese geboten.

Um eine erhöhte Polsterung des Stumpfes zu erreichen – vor allem im geriatrischen Bereich – werden spezielle Gel-Liner eingesetzt. Die Art des Liners (Silikon oder Gel) richtet sich nach den Stumpfverhältnissen und dem Aktivitätsgrad des Anwenders. Es bedarf einer intensiven Beratung, um das zu eruieren.

Für Prothesen mit Liner gibt es verschiedene Adaptionsmöglichkeiten. So wird im Unterschenkelbereich hauptsächlich mit Pin Verriegelungssystemen gearbeitet, oder die Prothese mit Unterdruck (Ventil) fixiert zB Seal-In Liner (Össur).

Otto Bock Harmony® (Otto Bock) innovativ bis ins Detail

Das Otto Bock Harmony® System reduziert effektiv die Luft zwischen Schaft und Liner. Dies minimiert die Stumpf-Schaft-Pseudarthrose und stabilisiert das Stumpfvolumen. Die Reduktion der Luft erfolgt durch eine Pumpe und ein Ausstoßventil. Bei jedem Schritt mit der mechanischen Pumpe bzw durch einen Sensor bei der elektronischen Variante, wird das System aktiviert und regelt in einem definierten Bereich den benötigten Unterdruck. Zusätzlich in die mechanische Pumpe integriert ist eine Dämpfungs- und Torsionsfunktion. Mit dem Harmony® System wird das Stumpfvolumen kontrolliert und gleichzeitig die Stumpfdurchblutung verbessert. Die hohe Haftung verbessert die Propriozeption. Der Prothesenträger spürt, was unter seinem Prothesenfuß geschieht. Dies erhöht seine Sicherheit im Alltag.

Das Harmony® System wird in Verbindung mit einem PU-Liner verwendet. Je nach Stumpf ist ein Standard- oder Maß-Liner zu verwenden. Eine gelbeschichtete Kniekappe bildet den äußeren Abschluss des Unterdrucksystems. Eine Besonderheit bietet der Relax Liner (Medi). Er wirkt schmerzlindernd durch die Abschirmung gegen elektromagnetische Einflüsse, durch metallurgisches Gestrick (Umbrellan) in Überzug und Matrix bei Phantomschmerzen, Phantomsensationen und idiopathischen Stumpfschmerzen. Durchschlafen ist endlich wieder möglich. Mit dem medi RELAX Night Care Stumpfstrumpf gegen Phantomschmerz in der Nacht.

Die Kosmetik

Prothesen müssen in erster Linie funktionell sein und dem Patienten ermöglichen, seinen normalen Alltag so gut als möglich zu meistern. Natürlich sollte man auch auf die Kosmetik ein Augenmerk werfen zB mit kosmetischen Überzügen aus Silikon (Superskin Otto Bock oder Skinergy™ PLUS Medi), die in Farbe und Beschaffenheit dem gesunden Bein angeglichen werden.

Der Prothesenfuß

Beim Aufbau einer Prothese kommt dem Prothesenfuß eine zentrale Bedeutung zu. Alle Prothesenkomponenten wie zB Kniegelenke und diverse Sicherheitskriterien können durch eine dem Prothesengeher nicht gerechte Fußauswahl eingeschränkt oder sogar zunichte gemacht werden. Deshalb gehört zu einem vielfältigen und hochwertigen Passteilprogramm eine entsprechende Auswahl geeigneter Vorfüße, die sich mit ihren Leistungskriterien in das modulare System einfügen und die Protheseneigenschaften im Sinne der Indikation unterstützen. Durch spezielle Prothesenfüße (1M10 Adjust von Otto Bock) ist es möglich auf individuelle Absatzhöhen einzelner Schuhe einzugehen, sodass vor allem für Frauen der Schuhwechsel nicht mehr zum Problem wird.

An wichtigsten ist, den richtigen Fuß zB den energierückgebenden Karbonfuß aus der flexfoot Serie von medi, für den jeweiligen Anwender zu finden. Dafür wird die entsprechende Mobilitätsklasse ermittelt und auch die eigenen Bedürfnisse berücksichtig (zB Aktivität, Sicherheit, Gewicht, Kosmetik, usw). Sollte der Patient viel unterwegs, dynamisch und sportlich aktiv sein, kann der Axtion® die richtige Ergänzung des Prothesensystems sein.

Zehen- und Fußprothesen

Es gilt bei Amputationen im Fußbereich möglichst viel Fußfläche zu erhalten. Bereits wenige Zentimeter können gravierende Auswirkungen auf die Standfläche und die Dynamik des Fußes während des Gehens haben. Deshalb sollten bei Versorgungen mit Zehen- und Fußprothesen im Vordergrund immer eine gleichmäßige Druckverteilung und ein verbessertes Gangbild stehen. So funktionell und ästhetisch präsentieren sich die Silikon-Vorfußprothesen zB von Otto Bock. Eine optimale Fixierung am Amputationsstumpf verhindert Hautirritationen. Der kosmetische Aspekt vervollständigt auch hier die Versorgung. Barfußlaufen wird ebenso ermöglicht wie das Tragen von Konfektionsschuhen mit verschiedenen Absatzhöhen.

Modernst ausgebildet und immer am neuesten Stand der Technik.