Alles im Griff !
Prothesenversorgung der oberen Extremität - Neue Materialien und moderne Technologien ermöglichen optimierte Versorgung.
Jede Amputation bedeutet für den Betroffenen den irreversiblen Verlust eines Teils seiner körperlichen Integrität. Besonders schwer ist der Verlust bei Amputationen im Bereich der oberen Extremität, da außer den vielfältigen, exakt aufeinander abgestimmten Bewegungen der Hand vor allem der Verlust der Sensibilität und der kosmetische Aspekt ins Gewicht fallen. Trotz aller technischen Innovationen ist es kaum möglich den Wünschen des Patienten gerecht zu werden. Nirgend woanders gehen die Wünsche und die Wirklichkeit so weit auseinander wie bei Versorgungen der oberen Extremität. Je höher das Amputationsniveau, desto problematischer wird das Positionieren der Prothese, ihr Gewicht und die stabile Fixierung. Insgesamt ist der funktionelle Gewinn durch die Prothese geringer, je notwendiger man sie eigentlich bräuchte.
Statistiken über die Häufigkeit und Dauer des Prothesentragens zeigen fast einheitlich folgendes Ergebnis: Je weiter proximal die Amputation, je aufwändiger die Versorgung, desto weniger werden Prothesen an der oberen Extremität getragen.
Entscheidend ist, dass alle Rehabilitationsmaßnahmen möglichst bald nach der Amputation beginnen. Die prothetische Frühversorgung hat günstigen Einfluß auf die Behandlung.
In der technischen Orthopädie nimmt die Prothetik der oberen Gliedmaßen einen besonderen Stellenwert ein, und ist geprägt von dem Bemühen, die menschliche Hand kosmetisch und funktionell zu ersetzen. Neue Materialien und moderne Technologien werden verwendet, um die Armprothesen zu optimieren. Entscheidend für die erfolgreiche Versorgung ist die Auswahl der geeigneten Prothese. Will man die Problematik des prothetischen Ersatzes an der oberen Extremität näher kennenlernen, muss man sich mit der komplexen Funktion der menschlichen Hand befassen. Sie ist viel mehr als ein sensibles und funktionelles Greiforgan in vollendeter Gestalt.
Verbessertes Greifen und Festhalten
Die Funktionen vieler bekannter Prothesenhände beschränken sich auf einfache Greifbewegungen. Die SensorHand Speed® mit SUVA*-Sensorik verbessert das sichere Ergreifen und Festhalten. Über den im Daumen integrierten Sensor und einen Messbügel erkennt die SensorHand Speed®, wenn der ergriffene Gegenstand seine Lage verändert und reguliert die Griffkraft automatisch nach. Der Patient muss daher nicht ständig den ergriffenen Gegenstand beobachten und ggf. selbst nachregulieren. Dieser Gewinn an Griffsicherheit entlastet ihn im Alltag wirkungsvoll. Leider ist es unmöglich, dem Wunsch der meisten Patienten zu entsprechen "verschiedene Prothesen einmal auszuprobieren".
In unserem Team fertigen wir auch Armprothesen für Kinder und Erwachsene, sowie Finger und Teilhandersatz aus Silikon. Eine Versorgung der oberen Extremität muss bestes kosmetisches Aussehen mit hoher Funktionalität vereinen. Das sind die Voraussetzungen für eine selbstverständliche Integration in den beruflichen, privaten und gesellschaftlichen Alltag.
Myoelektrisch gesteuerte Armprothesen
Diese Art der Prothesen (zB MyoHand VariPlus Speed® von Otto Bock) bilden heute dank ständiger Weiterentwicklung die Versorgungsform mit dem höchsten Rehabilitationswert. Sie zeichnen sich durch natürliches Aussehen, alltagsgerechte Zuverlässigkeit sowie hohe Funktionalität aus. Denn die weitgehende Wiederherstellung der körperlichen Fähigkeiten ermöglicht die ganzheitliche Teilnahme an allen Facetten des Lebens. Überall dort, wo es auf besonders präzises Greifen ankommt, sowie bei schweren und handwerklichen Arbeiten wurde ein Elektrogreifer entwickelt der die Anwendungsmöglichkeiten des MyoBock Systems im Berufsleben erweitert: Otto Bock® System-Elektrogreifer DMC VariPlus.
Nirgend woanders gehen die Wünsche und die Wirklichkeit so weit auseinander –wir versuchen dem so nah wie möglich zu kommen.